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Hildesheim hat ein
schräges Kunstprojekt erlebt, das blinde Fensterscheiben zum Kaleidoskop
gemacht und Impulse in einen schwierigen Stadtteil gebracht hat. Bei den
Akteurinnen und Akteuren, Studierende und ihr Professor von der Fakultät
Gestaltung an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in
Hildesheim, hat es aufs heftigste Phantasie und Herz bewegt – Grenzen
verschoben. Das Seminar „Arbeitsraum Raumarbeit“ von Prof. Hans Lamb ist
jetzt zu Ende. Es hat nicht im Hörsaal der Hochschule, sondern in einem
unbewohnten und heruntergekommenen Haus in Fahrenheit stattgefunden und es
wird Spuren im Lebenslauf der angehenden Gestalter hinterlassen.
„Das soll Studieren
sein?“, mag sich manch einer äußerst skeptisch angesichts der ungewohnten
Aktivitäten in der Bunsenstraße 14 gefragt haben. Die Bunsenstraße ist eine
tote Straße im sozialen Brennpunkt Fahrenheit. Niemand wohnt dort mehr.
Generalsanierung ist der Plan der Besitzerin, der „Wertinvestition
Immobilien GmbH“. Bis dahin stehen die völlig verwohnten Wohnungen leer und
so hatte Hans Lamb die Vision vom Raum und seinen Möglichkeiten. Die
Wertinvestition stellte ihm die Nummer 14 für das gesamte Sommersemester zur
Verfügung.
Hans Lamb ist Professor
für zwei- und dreidimensionale Gestaltungsgrundlagen. Er lehrt seit einem
Jahr an der HAWK-Fakultät Gestaltung. Zuvor arbeitete er im Bereich
Bildhauerei an der Universität Aachen. Studiert hat er Pädagogik und freie
Kunst an der Universität Mainz.
Das Projekt „Arbeitsraum
Raumarbeit“ steht im Lehrplan des HAWK-Studiengangs Gestaltung unter der
Überschrift „Plastische Gestaltung -Projekt/Experiment“. Was die
Studierenden für ihr Berufsleben dabei lernen sollen, lässt sich in zwei
Bereiche einteilen. Zum einen allgemeine Kompetenzen wie Teamfähigkeit,
Problemlösungsstrategien, Zeitmanagement zu innovativen/kreativen
Aufgabnestellungen. Zum anderen geht es in künstlerisch-designerischer
Hinsicht um spezielle Kompetenzen: Raum als physisches, psychologisches,
mythisches, mystisches Phänomen mit kultureller, ästhetischer und sozialer
Relevanz zu begreifen. Wahrnehmungsschulung, eigene künstlerische Arbeit und
Entwicklung außerhalb bekannter Aufgabenstellung sind weitere Stichworte.
Soweit die Theorie.
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