"...die einzelnen
skulpturen wirken wie klumpig verdichtete, überlängte und verzerrte abbilder
von organen, die ihrem natürlichen zusammenhang entrissen sind. mit "den
porträts" stellt lamb die bildhauerische tradition der abbildungen von
oberflächen sozusagen auf den kopf und präsentiert als figuren in wörtlichem
sinne elemente des innenlebens. die arbeit ist nicht - wie die klassische
bildhauerei - auf eine analogie zu einem ganzheitlich lebenden körper hin
angelegt. die organe mit ihren sinnlos in die luft ragenden "anschlüssen"
haben allein als künstlerisches ding zu bestehen. die massive präsenz der
objekte wird hierbei durch den begriff des "zufalls" gedanklich aufgehoben.
gleichzeitig - dies läßt der titel auch erkennen - entziehen sich die werke
jeglicher erklärung. die skulpturengruppe ersetzt also die natürliche
mechanik des körpers durch eine kreative "unordnung", durch ein freies
system, das "unbekannten ursachen" und "zufällen" jenseits festgelegter
regeln platz bietet..."
peter joch, direktor der kunsthalle darmstadt
kastanien- und
eichenholz, kettensäge, farbig gefasst, 1998